Unsere Rebsorten

Dornfelder

Der Dornfelder hat sich zu einer sehr beliebten Rotwein-Rebsorte entwickelt. Mit 3400 ha (13 % der Anbaufläche insgesamt, Stand 2016) ist er die mit Abstand bedeutendste Rotweinsorte des Anbaugebietes Rheinhessen.
1955 hat A. Herold, von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein-und Obstbau in Weinsberg, die Sorte gezüchtet. Kreuzung: Helfensteiner x Heroldrebe
Benannt wurde sie nach dem Kameralverwalter Dornfeld, der den Anstoß gab für die Gründung einer Weinbauschule in Württemberg.


Dornfelder-Reben beim Austrieb, im Hintergrund ein Weinbergshäusschen

Die Boden- und Lageansprüche des Dornfelders sind mittel, durch den frühen Austrieb ist er allerdings spätfrostgefährdet. Der Dornfelder ist im Anbau eine unkomplizierte Rebsorte. Der Wuchs ist aufrecht und kräftig, die Handarbeit im Weinberg wie Rebschnitt und Heften sind einfach und zügig zu erledigen. Das Mostgewicht (Zuckergehalt des Mostes) liegt im mittleren Bereich, die Säure ist gering-mittel, die Ertragsfähigkeit gut.

Dornfelder ist vielseitig verwendbar: Vor allem für gute Rotweine, als Tafeltrauben, Traubensaft und auch Sekt. Die Weine des Dornfelders sind dunkelrot in der Farbe, duftig, samtig und nachhaltig. Geschmacklich erinnern sie an schwarze Johannisbeeren.

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Frühburgunder

Der Frühburgunder ist eine Rotweinsorte und zählt zu den ältesten Kulturreben. Er ist eine ausgesprochene Qualitätssorte, eng verwandt mit dem Spätburgunder. Die Lageansprüche sind infolge der sehr früh einsetzenden Reife gering-mittel. Durchlässige, fruchtbare Böden sind vorteilhaft für Bukett und Farbe. Im Weinberg macht der Frühburgunder relativ viel Arbeit, da der Wuchs nicht aufrecht sondern buschig ist.

Durch die frühe Reife ist der Frühburgunder durch Wespen-und Vogelfraß gefährdet. Die Säurewerte sind niedrig. Das Mostgewicht (Zuckergehalt im Most) ist in der Regel hoch, von daher ist die Erzeugung von Spätlesen in jedem Jahr möglich. Auch Auslesen können geerntet werden, wenn die Witterung im Spätsommer günstig ist. Durch den Klimawandel mit höheren Temperaturen in der Wachstumszeit ist die sehr frühe Reife dieser Sorte kein so gewichtiger Vorteil mehr. Die Wirtschaftlichkeit ist durch die geringe Ertragsfähigkeit nicht immer gegeben.

Frühburgunder, in der Blüte (Blütenstand der Rebe wird von den Winzern als "Geschein" bezeichnet.)

Die Weine des Frühburgunders sind hervorragend. Sie sind farblich leicht dunkelrot, mild in der Säure, samtig, körperreich, mit ausgeprägter Frucht, im Geschmack ähnlich wie Brombeere und Himbeere.
Frühburgunder-Weine werden oft auch aufwändig im Barrique-Fass ausgebaut, mit dem Ziel die Wertigkeit des Ausgangsweines zu erhöhen. Die Inhaltsstoffe des Weines verbinden sich beim Barrique-Ausbau mit Gerbstoffen und anderen geschmacksabgebenden Substanzen vom Holz. Durch die relativ große innere Oberfläche der verwendeten kleinen Holzfässer ist die Beeinflussung durch das Fassholz zudem deutlich stärker als bei herkömmlichen Fassgrößen. Der Geschmack verändert sich dadurch grundlegend, ist mehr oder weniger dominiert von einem Holzton. Allerdings werden damit die sorteneigenen Fruchtaromen und der feine Duft überlagert, die typische Sorten-Aromatik ist nicht mehr erkennbar.

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Weißburgunder

Der Weißburgunder ist eine alte Weißweinsorte. Hauptangebiet des Weißburgunders, des Pinot blanc, ist Frankreich. In der Champagne und im Elsaß gehört er zum festen Rebsortiment. Urkundlich erwähnt ist er seit dem 16. Jh. und er fand ab dem 17. Jh. Eingang in die Weinberge des Gebietes von Burgund. Der Weißburgunder ist durch Mutation aus dem Grauburgunder entstanden, der seinerseits aus dem Blauen Burgunder mutiert ist. Der bekannte Rebzüchter Georg Scheu beschreibt Mitte des vorigen Jh. den Weißburgunder als sehr wertvolle Qualitätsrebe, die aber in Deutschland leicht abbaut und dann ertraglich versagt. Nachfolgende Selektionsarbeit mit der Sorte führte zu Klonen mit besseren Eigenschaften.

Weißburgunder, Stadium Schrotkorndicke

Im Anbau sind gute Lagen und tiefgründige, wasserhaltende Böden vorteilhaft. Die Reifezeit ist mittel-spät, kurz vor dem Riesling. Die Mostgewichte (Zuckergehalte im Most) sind in der Regel mittel-hoch, die Säure liegt im mittleren Bereich.

Weißburgunder ist gut geeignet zur Erzeugung trockener Weine, aber auch für Weine mit Restsüße. Er ist vollmundig und entwickelt ein feines Sortenbukett, das an grüne Nüsse, Birne und Ananas erinnert.

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Huxelrebe

Die Weißweinsorte Huxelrebe stammt von der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey. Sie wurde von Georg Scheu, einem namhaften Weinbaufachmann, im Jahr 1927 gezüchtet. Standort der Rebenzuchtanstalt war damals noch Pfeddersheim (ein Nachbarort von Flörsheim-Dalsheim). Die Huxelrebe ist entstanden aus einer Kreuzung von Weißer Gutedel x Courtillier musque´
Namensgeber der Sorte war der Winzer Fritz Huxel. Er unternahm in den 1950er Jahren
umfangreiche Anbauversuche mit der Sorte. Sie wurde schließlich 1968 in die Sortenliste aufgenommen. Erst nach der Zulassung wurde es möglich, wie bei allen Neuzüchtungen, die Sorte ohne Versuchsgenehmigung in der Praxis anzubauen.

Die Huxelrebe ist eine ausgesprochene Qualitätssorte und gehört zu den besten Neuzüchtungen in Deutschland.
Sie kann in mittlere Lagen gepflanzt werden, da die Reife früh einsetzt. Tiefgründige Böden sind vorteilhaft. Zur Verdichtung neigende Böden sind wegen ihrer Chlorose-Anfälligkeit nicht geeignet. In Bezug auf Frost ist sie relativ empfindlich.

Huxelrebe-Traube, Reifebeginn

Die Ertragsfähigkeit ist hoch. Beim Anbau können aber durch entsprechenden Rebschnitt und evtl. Ausdünnung des Fruchtansatzes Spitzenqualitäten erreicht werden.
So können in jedem Jahr hochwertige Spätlese- und Ausleseweine von der Huxelrebe erzeugt werden.

Die Weine sind reif, stoffig, mit feinem Muskatton. Im Geschmack erinnern sie an Maracuja, Mango und Pfirsisch. Sie sind, durch die meist gute Säurestruktur, elegant und relativ lange lagerfähig.

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Domina

Die Rotweinsorte Domina ist eine Züchtung der Bundesforschungsanstalt für Rebenzüchtung Geilweilerhof. Sie wurde von Peter Morio und Prof. Dr. Husfeld gezüchtet.
Kreuzung: Portugieser x Spätburgunder
Die Eintragung in die Sortenliste erfolgte 1974. Die Namesgebung Domina (übersetzt: Herrin des Hauses) soll auf die hervorgehobene Qualität des Domina-Rotweins hinweisen.

Mittlere Lagen sind für Domina-Reben ausreichend, die Bodenansprüche sind eher gering. Der Ertrag ist meist gut, bei mittlerem bis hohem Mostgewicht (Zuckergehalt im Most). Die Säure liegt im mittleren Bereich, die Reifezeit ist mittel.

Domina-Reben, kurz vor der Lese

Durch die erreichbaren guten Mostgewichte ist die Erzeugung von Spätlesen praktisch jedes Jahr möglich.
Domina-Rotweine sind qualitativ hochwertig, dunkelrot in der Farbe, samtig, mit feinem Geruch und Frucht, an Brombeeren erinnernd.

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Allgemeines zu den Rebsorten:

Wenn man die Kulturform der Reben in den Weinbergen sieht, vermutet man nicht, dass die Wildrebe als Schlingpflanze (Liane) seit Urzeiten in lichten Wäldern an den Bäumen hochwächst. Sie kann dabei ungeahnte Ausmaße erreichen und über 200 Jahre alt werden. Reben gab es schon lange vor den Menschen auf der Erde. Funde von Rebsamen lassen sich zurückverfolgen bis auf die Zeit vor etwa 80 Millionen Jahren. Die Art Vitis vinifera silvestris ist auch heute noch in den Auewäldern des Oberrheins zu finden.

Die Rebe benötigt ein gemäßigtes, mildes Klima. Weder in den heißen Tropen, noch im kalten Norden kann sie gedeihen. Als Untergrenze für die Temperatur gilt ein Jahresdurchschnitt von etwa 9 Grad Celsius. Auch die Verteilung der Temperatur ist wichtig. Winter-Temperaturen unter ca. –16 Grad C sind kritisch, Kältegrade unter –20 Grad C können zum Totalschaden einer ganzen Rebanlage führen. Spätfröste im Frühjahr nach dem Austrieb zerstören die empfindlichen Triebe und führen zu Ernteausfällen.
Lang anhaltende zu hohe Temperaturen während der Vegetationszeit sind für eine optimale Qualität nicht förderlich. Die Rebe vermindert bei Hitzestress die Zuckerbildung in der Traube. Die Trauben reifen dann mitunter zu schnell, die Säurewerte nehmen zu stark ab. Auch die Aromaausbildung wird dann nicht optimal sein. Dies gilt vor allem für Weißweine. Rotweine sind vom Weintyp anders und dadurch weniger betroffen.

An die Wasserversorgung stellt die Rebe keine allzu hohen Ansprüche. 450 Liter/qm Niederschlag sind ausreichend, wenn eine hinreichende Verteilung über den Sommer und Herbst gegeben ist. Niederschlagsmengen über 700 mm sind nicht vorteilhaft. Sie begünstigen zudem die Entwicklung von Reb-Krankheiten.

Die Sonnenscheindauer sollte für den Rebanbau 1500 Stunden, davon 1300 in der Vegetationszeit, nicht unterschreiten.

Nachfolgend Daten der benachbarten Wetterstation Gundheim (147 m ü. NN) im 10 jährigen Durchschnitt von 2008-2017:
10,9 Grad C durchschnittliche Jahrestemperatur
(Schwankungsbreite: 9,7-11,8 Grad C)
555 Liter/qm Niederschlag
(Schwankungsbreite: 394-741 l)
1972 Sonnenscheinstunden im Jahr
(Schwankungsbreite: 1838-2083 Std.)
Aufgrund ähnlicher klimatischer Verhältnisse sind diese Angaben auch auf unseren Ort übertragbar.
Quelle: www.am.rlp.de 28.03.2018 (Wetterstation Gundheim)

Wie zu erkennen ist, sind die klimatischen Verhältnisse in unserem Gebiet für den Anbau von Reben besonders günstig. Bedingt durch die Lage im Regenschattengebiet des Donnersbergs ist die Regenmenge in manchen Jahren allerdings am Limit. Allerdings sind dann landwirtschaftliche Kulturpflanzen noch stärker als die Weinberge betroffen. Das Wurzelsystem von mehrjährigen, älteren Reben kann tiefere, wasserführende Erdschichten erschließen.

Mit zunehmender Geländehöhe verschlechtern sich die Klimaverhältnisse (je 100 m Höhe ist eine Abnahme der Temperatur um ca. 0,5 Grad C verbunden). In den deutschen Anbaugebieten liegt die Grenze, je nach den Ansprüchen der einzelnen Rebsorte bei etwa 350 m über NN. Bedingt durch den Klimawandel verschieben sich die Grenzen innerhalb derer der Anbau von Reben langfristig gelingt.
Die Höhenlage unsres Ortes Flörsheim-Dalsheim liegt bei 170 m über NN. Innerhalb der Gemarkung liegt der Bereich zwischen 128 m östlich im Tal und 274 m westlich auf der Anhöhe.

In Bezug auf den Boden ist die Rebe genügsam. Sie wächst auch noch auf kargen Gesteins- und Sandböden. Anhaltende Trockenheit ist allerdings gerade auf diesen Böden besonders ungünstig. Unverträglich ist die Rebe, was stauende Nässe angeht.

Die Standortbedingungen für die Reben wie Boden, Lage und Klima, auch mit dem Begriff Terroir beschrieben, sind von entscheidendem Einfluss für den Reifegrad der Trauben und für die spätere Fülle und Aromatik im Wein. Die Rebsorten wachsen auf unterschiedlichen Standorten. Von daher sind Weine, auch der gleichen Rebsorte, innerörtlich und gebietsweise zuweilen sehr unterschiedlich in ihrer Art.

Über den Weißburgunder kann man sagen, dass für ihn tiefgründige Böden mit ausreichendem Wasserhaltevermögen besonders günstig sind. Auf kalkhaltigen Böden gewachsen, haben die Weine mehr Bukett. In unserer Gemarkung gibt es unterschiedliche Bodenarten. So haben wir neben lehmigen Sandböden und schweren tonhaltigen Lehmböden häufig tiefgründige, fruchtbare, kalkhaltige Lehm-Lößböden, die typisch für unseren Raum sind.

Von standort- und jahrgangsbedingten Einflüssen einmal abgesehen, werden Rebenanbau, Traubenlese, sowie Gärführung und Weinausbau von Winzer zu Winzer unterschiedlich gehandhabt und die Weine schmecken auch gerade dadurch unterschiedlich. Im besten Fall gelingt es durch schonendes, individuelles Arbeiten im Keller, die im Weinberg gewachsene Qualität der Trauben bis zur Abfüllung des Weines zu erhalten.

In Deutschland dürfen generell nur zugelassene Rebsorten gepflanzt werden. Dazu gibt es auf der unteren Gesetzesebene Landesverordnungen für das jeweilige Anbaugebiet.
Allein in Deutschland werden annähernd 140 Sorten angepflanzt. Davon haben allerdings nur etwa 20 Sorten eine besondere Bedeutung für den Markt.

Über den Ursprung unserer Rebsorten ist geschichtlich wenig überliefert. Es gab im Mittelalter keine Bezeichnungen für einzelne Rebsorten, wenngleich schon bessere Weine von einfachen, leichten Masseweinen unterschieden wurden. Die Rebsorten sind aufgrund von Findlingen in den Weinbaugebieten entstanden. Einzelne Rebstöcke wurden aufgrund guter Eigenschaften weiter vermehrt und bei Eignung verbreitet angepflanzt.

Früher, noch bis zu Anfang des 20. Jh. wurden bei uns die Reben im sog. gemischten Satz angebaut. Es wurden mehrere Sorten in einen Weinberg gepflanzt, um sortenspezifische Unterschiede wie Frost- und Krankheitsanfälligkeit auszugleichen und insgesamt eine annehmbare Menge und ausreichende Qualität zu erreichen.
Zudem hatte die einzelne Rebsorte nicht den Stellenwert wie heute. Auch von den Vorteilen bei der Bewirtschaftung im Weinberg abgesehen, will man heute überwiegend rebsortenreine Weine.

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